Rob Huff: „King of Macau“ und Nordschleifen-Spezialist

Ein Pilot im Feld der FIA WTCR ist beim neunten Saisonlauf (15. – 17. November) besonders in seinem Element: Der Brite Rob Huff (VW Golf GTI TCR) hat sich in den vergangenen Jahren den inoffiziellen Titel des „King of Macau“ eingefahren. Denn kein Rennfahrer auf zwei oder vier Rädern stand beim spektakulären Grand Prix im Spielerparadies am Perlflussdelta häufiger ganz oben auf dem Podium: neun Mal, um genau zu sein – und das macht ihm kein Tourenwagen-, GT-, Formel- oder Motorradpilot nach! Überhaupt scheinen ihm es die schwierigsten Strecken der Erde angetan zu haben, denn auch auf der Nordschleife gehört er seit seinem ersten VLN-Start 2013 Huff zu den anerkannten Experten.

„Macau ist wirklich angsteinflößend“, sagt Huff, der im Team von Ex-Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb antritt. „Es gibt dort keinen Platz für Fehler, aber Du willst trotzdem in jeder Ecke ein wenig mehr. Aber der Unterschied zwischen dem Punkt, an dem Du bist und der, an dem Du sein möchtest, könnte einen Ausflug ins Krankenhaus bedeuten. In jeder Kurve. So einfach ist das.“ 6,120 km ist der Leitplankenkanal in der ehemaligen portugiesischen Kolonie lang, und die haben es absolut in sich: Enge Passagen, eingezwängt zwischen Leitplankenmauern wechseln mit langen, weiten Geraden ab. Wechselnde Kurvenradien bis hin zur engsten Haarnadel weltweit machen den Kurs extrem anspruchsvoll. Der seit 1954 ausgetragene Grand Prix ist damit genau das richtige Revier für Huff, der hier der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten ist: Nur Motorrad-Rennfahrer Michael Rutter kann ihm mit bislang acht Siegen in dem am gleichen Wochenende ausgetragenen Motorradrennen das Wasser reichen.

„Man muss das gewisse Extra haben“
„Es gibt absolut keinen Weg, jemandem zu erklären, was ich in Macau mache“, sagt der 39-jährge Huff. „Es scheint ein wenig darauf hinauszulaufen, dass man entweder das ’gewisse Extra’ hat oder nicht“, grinst der in Cambridge geborene Brite, dessen Geburtsdatum (25. Dezember) ihn vielleicht unter genau diesen glücklichen Stern stellt. „Alle Piloten in der WTCR haben ohne Zweifel dieses gewisse Extra. Aber wenn Du beginnst, mit den Seitenspiegeln an der Streckenbegrenzung zu schaben, nach jeder Kurve denkst ‘wie habe ich diese Ecke bloß geschafft’, dann bist Du an dem Punkt, den ich meine. Danach musst Du nur noch eines machen: die Luft anhalten – 2:30 Minuten in jeder Runde.“

Siege seit 2008
Huff holte seinen ersten Sieg beim „Guia Race“ im Jahr 2008, drei Jahre nachdem er zum ersten Mal im vielleicht härtesten Straßenrennen der Welt gestartet war. 2011 gelang ihm sogar ein Doppelsieg, und 2012 macht er hier den Titel des Tourenwagen-Weltmeisters perfekt – und als solcher entdeckte er im Jahr darauf sein Herz für die Nordschleife, wo er seitdem immer wieder antritt. Den vorerst letzten Sieg in Macau erntete er mit dem deutschen Team All-inkl.com Münnich Motorsport im Jahr 2017.

Huff über den Ring: „Anspruchsvollste Rennstrecke der Welt“
Dass er ein Spezialist für die größten fahrerischen Herausforderungen im Rundstreckensport ist, bewies Huff auch auf der Nordschleife immer wieder. 2013 startet er hier zum ersten Mal in der VLN, seitdem hat er viele Rennen auf der längsten und schönsten Rennstrecke der Welt absolviert. Auch das ADAC TOTAL 24h-Rennen meisterte er bereits mit Erfolg. „Die Nordschleife ist die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt“, sagte Huff vor seinem Start im Mercedes-AMG SLS GT3 im Jahr 2015. „Sie ist auch die längste Strecke, und das heißt auch, dass die Autos stärker beansprucht werden, als auf jeder konventionellen Rennstrecke. Im Gegensatz zu den samtweichen Formel-1-Strecken auf denen die FIA WTCR sonst startet, ist die Nordschleife voller Unebenheiten und Wellen. Das macht das Setup schwierig, und es ist wichtig, die richtige Balance zu finden.“

Das ist genau das richtige Revier für den Briten, der diese anspruchsvollen Bedingungen liebt. 2015 gelang ihm beim 24h-Rennen, das er insgesamt drei Mal bestritt, der Sprung in die Top 10, nur eines fehlt ihm in der Eifel noch: Ein Sieg, denn der blieb ihm trotz seiner vielen Erfolge bislang verwehrt. Dabei hätte es zum Beispiel bei den FIA-WTCR-Läufen am 24h-Wochenende fast soweit sein können. Denn die VW-Piloten waren in Hochform, Huff gehörte in den Qualifyings zu den Schnellsten, konnte das aber im Rennen nicht bestätigen: Im ersten Rennen blieb nach einem spektakulären High-Speed-Duell um Platz drei undankbare vierte Platz hinter den Titelkandidaten Norbert Michelisz (Hyundai) und Esteban Guerrieri (Honda) sowie dessen All-Inkl.com-Teamkollegen Nestor Girolami. Im zweiten Heat fiel er nach einer Berührung mit Gabriele Tarquini aus und konnte beim dritten Umlauf nicht mehr antreten: So muss er weiter hoffen, dass er den prestigeträchtigen Macau-Siegen irgendwann einen ersten auf der Nordschleife folgen lässt.

VLN: Yannick Fübrich und David Griessner sind Meister 2019

Die neuen Meister der VLN heißen Yannick Fübrich und David Griessner. Sie holten beim Meisterschaftsfinale für das im BMW M240i Racing Cup ihren siebten Klassensieg. Damit verwiesen sie die Verfolger – ihre Teamkollegen Philipp Leisen, Danny Brink und Christopher Rink sowie Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott vom Team Avia Sorg Rennsport – auf die Plätze zwei und drei. Griessner ist zudem Junior-Champion, Leisen, Brink und Rink gewannen die VLN-Produktionswagen-Trophäe. Den Laufsieg beim 44. DMV Münsterlandpokal errangen Patrick Assenheimer und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 des Black Falcon Team AutoArena Motorsport.

Die Entscheidung um die Meisterschaft war bis zum letzten Rennen offen, mit der besseren Ausgangsposition für Fübrich / Griessner. Sie gingen als Tabellenführer in das letzte Rennen der Saison. Dennoch mussten sie noch ein Top-Ergebnis einfahren, um den Sack zuzumachen. Gerade in der Anfangsphase zeigte sich jedoch, was den BMW M240i Racing Cup bei den Fans so beliebt macht: Duelle Stoßstange an Stoßstange. „Das war ein echt harter Kampf“, gestand Fübrich. „Da war Durchsetzungsvermögen gefragt. Am Ende bei so vielen starken Fahrern in der VLN Meister zu werden – da fehlen mir einfach die Worte.“

Teamkollege Griessner sagt: „Das fühlt sich großartig an. Ich bin den Schlussstint gefahren und der dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Von diesem Erfolg haben wir lange geträumt – jetzt sind wir endlich am Ziel.“ Aus Sicht des Teamchefs Matthias Unger – seinerseits selber VLN-Champion 2008 – kam der Erfolg aber nicht unerwartet. „Es klingt komisch, wenn ich sage, dass wir die Titelverteidigung geplant haben. Aber es ist so. Natürlich gehört auch das gewisse Quäntchen Glück dazu, aber wir haben drei Fahrzeuge mit absoluten Top-Besatzungen in drei unterschiedlichen Klassen ins Rennen geschickt. Am Ende belegen wir damit die Plätze eins, zwei und vier in der Tabelle – besser geht es kaum.“ Besagte Vierte sind Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils, die im Porsche Cayman sieben Siege in der Klasse V5 feierten.

Neben der Meisterschaftsentscheidung war auch der Kampf um den letzten Tagessieg der Saison ein Krimi. In Führung liegend geriet Lars Kern im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing in der letzten Runde mit einem zu überrundenden Fahrzeug aneinander. Weidwund rettete er den liebevoll „Grello“ getauften Elfer ins Ziel und wurde am Ende Sechster.

Den Sieg erbten Patrick Assenheimer und Maro Engel, die eine Podiumsplatzierung nach einem unplanmäßigen Stopp in der Anfangsphase schon fast verloren geglaubt hatten. Im Kühlergrill des Mercedes-AMG GT3 hatte sich Laub angesammelt, das von den Black-Falcon-Mechanikern entfernt werden musste, weil die Motortemperatur bedrohlich anstieg. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Assenheimer. „Unser Tag hat sehr mäßig begonnen, als wir im Qualifying eine kleine Kollision hatten. Das Team hat alles darangesetzt, dass wir noch eine schnelle Runde fahren konnten. Im Rennen dann der unplanmäßige Stopp nach nur einer Runde. Das war deprimierend. Ich wusste in meinem Stint nicht, wo wir stehen und war am Ende positiv überrascht.“

Der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #6 sicherte sich mit dem vierten Saisonsieg von Assenheimer den Titel in der Rowe-Speed-Trophy by VLN. Platz zwei ging an den Audi R8 LMS von Phoenix Racing #5. Vincent Kolb und Frank Stippler fuhren beim Finale auf den zweiten Rang vor Christian Krognes, David Pittard und Jody Fannin im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motortsport. Als Vierte gewannen Michele Beretta, Steve Jans und Kim Louis Schramm im zweiten Phoenix-Audi die Pro-Am-Wertung der SP9. Hubert Haupt, Adam Christoudoulou und Dirk Müller belegten am Ende im zweiten Black-Falcon-Mercedes-AMG Rang fünf.

Der Falken-Porsche von Sven Müller und Patrick Pilet wurde auf Platz zwei abgewinkt. Aufgrund eines Gelbvergehens wurde dem Duo aber nachträglich eine 185-Sekunden-Strafe auferlegt. In der Endabrechnung stand so am Ende nur Rang sieben zu Buche.

Sieger der VLN-Junior-Trophäe ist Meister David Griessner, der sich gegen das Scheid-Motorsport-Duo Nico Otto und Lars Peucker durchsetzte. Die VLN-Produktionswagen-Trophäe ging ebenfalls an das Pixum Team Adrenalin Motorsport mit den scheidenden Champions Rink, Brink und Leisen.

WTCR Japan: Drei Rennen, drei Sieger

Der FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR steuert einem rasanten Saisonfinale entgegen. Beim achten Saisonlauf auf dem nur 2,2 km langen Ostkurs der Rennstrecke im japanischen Suzuka gab es spannende Rennen und große Leistungsdichte. Stark konnte sich Meisterschaftskandidat Esteban Guerrieri (ARG) in Szene setzen, der im Honda des deutschen All-Inkl-Teams einen Rennsieg (Lauf 1) und einen zweiten Platz (Lauf 3) einfuhr. Doch sein schärfster Konkurrent Norbert Michelisz (HUN) konterte mit einem Triumph im zweiten Heat, sodass Guerrieri zwar die Tabellenspitze zurückerobern konnte, aber nur mit einem hauchdünnen Sechs-Punkte-Vorsprung zum vorletzten Rennwochenende anreist: dem legendären Straßenrennen durch die Häuserschluchten des asiatischen Spielerparadieses Macau (14. – 17. November). Erfreulich aus deutscher Sicht war auch das starke Abschneiden der VW-Piloten. Johan Kristoffersson (SWE) siegte mit seinem Golf GTI TCR in Lauf drei, Teamkollege Rob Huff (GBR) belegte zuvor in Lauf zwei die zweite Position.

Rennen 1: Guerrieri meldet sich zurück

Mit Rundenzeiten unter einer Minute ging es rasant zu auf der kurzen Honda-Hausstrecke in Suzuka. All-Inkl-Pilot Guerrieri, der in der diesjährigen FIA-WTCR-Saison ab dem ersten Lauf an der Tabellenspitze mitmischte, meldete sich beim ersten Rennen des Wochenendes zurück an der Spitze, die er bei der siebten Meisterschaftsrunde in China verloren hatte. Die Grundlage legte er im Zeittraining, indem er sich die Pole Position sicherte. Sie setzte der Argentinier sicher in einen Rennsieg vor Niels Langerveld (NED) im Comtoyou-Audi RS3 LMS um. „Das ist einer meiner besten Siege“, sagte Guerrieri anschließend. „Der war aus vielerlei Gründen wichtig. Ich danke allen, die an diesem Projekt beteiligt sind.“ Dabei hatte Langerveld zunächst die Führung übernommen, denn nach dem Start war Guerrieri zunächst damit beschäftigt, sich gegen den Angriff von Langervelds Teamkollegen Frédéric Vervisch zu wehren. Doch ein Fahrfehler des Niederländers öffnete in Runde zwei das Fenster, und Guerrieri holte sich die Führung zurück, die er nicht mehr abgab. „Es war intensiv“, sagte der Rennsieger. „Die Audis waren leichter und auf der Geraden schneller. Nach dem Start haben die Räder von meinem Auto die von Vervischs berührt, aber der Honda ist robust wie ein Traktor. Langeveld ging innen durch in Führung, machte dann aber einen Fehler. Danach konnte ich das Rennen kontrollieren.“ Weniger glücklich verlief das Rennen für Vervisch, der seinen dritten Platz in Runde 7 verlor. Trümmerteile hatten sich zwischen Bremszange und Rad verklemmt. Dadurch wurde die Felge durchgeschleift, eine Safety-Car-Phase war die Folge. Ein zweites Mal ging das Safety-Car nach einem heftigen Unfall zwischen Andy Priaulx und Nicky Catsburg auf die Strecke, das das Feld bis ins Ziel anführte. So änderte sich nichts mehr am Klassement, in dem sich Tiago Monteiro (POR) im Honda Civic TCR des KCMG-Teams auf Rang drei geschoben hatte.

Rennen 2: Michelisz kontert

Beim zweiten Rennen des Wochenendes, das traditionell für die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses gestartet wird, war es der gerade entthronte Norbert Michelisz, der kontern konnte. Er hatte sich als Trainingszehnter die Pole Position gesichert und setzte die gute Ausgangsposition prompt in einen Rennsieg um. Dem Hyundai-Pilot war dabei zwar stets der Brite Rob Huff im Golf GTI auf den Fersen, doch der 35-Jährige ließ dem Konkurrenten keine Chance für das entscheidende Überholmanöver. „Fantastisch“, jubelte Michelisz anschließend. „Das Rennen war sehr schwierig. Ich habe zu Beginn versucht, einen Vorsprung herauszufahren und sah, dass Rob zurückfiel. Aber er hat sich das Rennen und seine Reifen gut eingeteilt und kam zurück. Das waren 24 Qualifying Runden für mich, ich war am Limit.“ Sein Lohn: Die vorläufige Tabellenführung mit sechs Punkten Vorsprung auf Guerrieri, der diesmal nicht über den zehnten Platz hinauskam. Michelisz: „Vollgas zu geben war für mich die einzige Option. Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance, Punkte sind wichtig, wenn man sie mitnehmen kann.“ Hinter dem Führungsduo kämpften Kevin Ceccon und Gabriele Tarquini um den letzten Platz auf dem Podium. Im Fight der italienischen Piloten behielt der Altmeister diesmal die Oberhand: Hyundai-Pilot Tarquini, der amtierende FIA-WTCR-Champion, konnte sich der Angriffe des jungen Konkurrenten in der Alfa Romeo Giulietta Veloce TCR erwehren und wurde Dritter. „Es ging heiß her mit Kevin“, gab Tarquini zu. „Kevin war im Rennen der schnellste Fahrer.“

Rennen 3: Kristofferson siegt, Guerrieri schlägt zurück

Im dritten Heat waren der Schwede Johan Kristoffersson (VW) und Esteban Guerrieri (Honda) für die Show an der Spitze zuständig: Kristoffersson stand auf der Pole, fiel beim Start aber hinter Tiago Monteiro zurück, der als Zweitplatzierter antrat. Bereits in der zweiten Kurve konnte der VW-Pilot aber Kontern und die Führung zurückerobern, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. „Mein Start war nicht der beste, und Tiago ist vorbeigekommen. In Kurve zwei ist mir dann aber der Undercut gegen ihn gelungen“, sagte zweimalige FIA Rallycross-Weltmeister. „Das war ein gutes Rallycross-Manöver.“ Zwischenzeitlich hatte sich nach einer Safety-Car-Phase Honda-Pilot Tiago Monteiro (POR) auf die zweite Position verbessert, die er aber in Runde 28 von 30 dem All-Inkl-Piloten wieder überließ, um dem Honda-Markenkollegen im Titelkampf zu helfen. Seinen Platz in der Spitzengruppe verlor Monteiro schließlich unter kuriosen Umständen: Nach einer Safety-Car-Phase in der finalen Phase des Rennens bog Monteiro zu früh in Richtung Box ab, statt über die Ziellinie zu fahren. Kevin Ceccon (ITA) ging im Alfa Romeo deshalb als Dritter über die Ziellinie. „Ein Missverständnis würde ich sagen“, erklärt Monteiro anschließend. „Ich dachte, es wäre die letzte Runde, und klarerweise muss man auf der Strecke ins Ziel fahren. Ich habe am Funk gesprochen, nicht richtig aufgepasst und wollte in die Box abbiegen. Ich bin direkt wieder zurückgefahren, aber dann hat Kevin mich überholt. Das ist etwas seltsam, denn es war ja noch Safety-Car. Die Entscheidungen an diesem Rennwochenende verwirren mich. Das ist schwer zu schlucken.“

VLN: Spannender Titelkampf beim Finale

Die Entscheidung in der VLN fällt erst beim neunten und damit letzten Lauf der Saison. Das Pixum Adrenalin Motorsport hat dabei gleich zwei heiße Eisen im Feuer, während das Fahrertrio von Avia Sorg Rennsport auf fremde Hilfe angewiesen ist. Aus eigener Kraft geht in Sachen Gesamtsieg nichts mehr.

Nach ihrem sechsten Saisonsieg in der Cup-5-Klasse beim vergangenen VLN-Lauf liegen Yannick Fübrich und David Griessner nun auf idealer Ausgangsposition. Die Spitzenreiter gaben sich beim vergangenen Rennen mit dem BMW M240i Racing Cup keine Blöße. Gleichzeitig gewannen aber auch die Teamkollegen Christopher Rink, Philipp Leisen und Danny Brink in der V4 und wahrten somit ihre Chancen auf die Titelverteidigung. „Wir führen nun mit zwei Fahrzeugen die Tabelle an, demzufolge haben wir alle Trümpfe in unserer Hand. Aber wie heißt es so schön: to finish first, first you have to finish”, sagt Adrenalin-Teamchef Matthias Unger. Gewinnen Fübrich und Griessner den letzten Lauf ihrer Klasse, sind sie definitiv Meister. Bei 16 gemeldeten Startern kämen sie dann auf 67,90 Punkte.

Die VLN-Titelverteidiger sind stark im Aufwind

Nach einem holprigen Saisonstart hatten die amtierenden Meister Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen im BMW 325i mit der Verteidigung ihres VLN-Meistertitels eigentlich schon abgeschlossen. Dank einer bärenstarken zweiten Saisonhälfte und einem erneuten Klassensieg beim achten VLN-Lauf hat das Fahrertrio jedoch die Chance aufrechterhalten, am Ende doch noch ganz oben in der Tabelle zu stehen. „Wir haben das Kapitel Meisterschaft noch nicht beendet. Dank des Sieges beim vergangenen Rennen haben wir uns einen Vorteil gegenüber unserem härtesten Klassengegner verschafft und können beim Finale noch an unseren Teamkollegen David und Yannick vorbeiziehen. Sie haben jedoch alle Trümpfe in der Hand, daher wird es schwer werden“, sagt Brink. Neben dem VLN-Meistertitel geht es für das Fahrertrio beim Saisonfinale auch noch um die Klassensieger-Trophäe in der V4 sowie um den Produktionswagentitel. Die amtierenden VLN-Champions triumphierten zuvor mit der #1 bei drei Läufen (VLN4, VLN5 und VLN7). Die V4 hat auch diesmal mit 31 Fahrzeugen erneut die meisten Starter. Vorausgesetzt die Titelverteidiger siegen und Fübrich / Griessner würden nur Zweite, hätten sie mit 67,80 Punkten gegenüber 67,27 Punkten allerdings die Motorhaube vorn.

Auch Torsten Kratz, Moran Gott und Oliver Frisse vom Team AVIA Sorg Rennsport wahrten beim achten VLN-Lauf des Jahres ihre Titelchancen. Sie kamen ebenfalls in der V4-Klasse im BMW 325i auf den zweiten Platz und können auf Siegen bei drei Läufen (VLN1, VLN3 und VLN6) aufbauen. Die Experten stellen bereits Rechenspiele an, bei denen es je nach Konstellation am Ende um wenige Bruchteile von Punkten gehen könnte. „Ich freue mich auf ein packendes, mitreißendes Finale bei VLN9. Derart spannend war es lange nicht mehr. Die Entscheidung, wer Meister wird, fällt wohl am Samstag erst in der letzten Runde. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer auf der Strecke fair miteinander umgehen werden, und dass insbesondere die Fahrzeuge, die nichts mehr mit dem Titelkampf zu tun haben, Rücksicht auf die Konkurrenz nehmen“, sagt deshalb Michael Bork, der Leiter Bereich Sport der VLN.

Starke Herausforderer für Black Falcon im Kampf um den Rennsieg

Neben der Frage, wer VLN-Meister wird, ist auch offen, wer den letzten Lauf in der Grünen Hölle gewinnt. Mit drei Podiumsplätzen in Folge ist GetSpeed Performance das Team der Stunde. Bei VLN7 feierte die Crew um Adam Osieka den ersten Sieg der Teamgeschichte in der weltweit populärsten Breitensportserie. Dieses Mal geht der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer #2 mit Philip Ellis und Dominik Baumann auf die Reise. Bei VLN6 wurden sie in derselben Besetzung Dritte. Das Team Black Falcon AutoArena Motorsport bietet mit Patrick Assenheimer und Maro Engel die siegreiche Kombination von VLN5 auf.

Chancenreich ist in der SP9 auch der Porsche von Falken Motorsports mit Sven Müller und Patrick Pilet. Im Doppelpack unterwegs sind Phoenix Racing und Walkenhorst Motorsport. In den Audi R8 LMS sitzen erneut Vincent Kolb und Frank Stippler sowie Michele Beretta, Steve Jans und Kim-Luis Schramm. Der Norweger Christian Krognes und die Briten David Pittard sowie Jody Fannin sind die Speerspitze von Walkenhorst. Die vier Ringe auf der Motorhaube hat auch der Bolide von WRT mit Francois Perrodo, Emmanuel Collard und Matthieu Vaxivière. Der „Grello“-Porsche von Manthey Racing ist bestückt mit Dirk Werner und Mathieu Jaminet. Als Einzelkämpfer ist beim BMW Team Schnitzer dieses Mal DTM-Pilot Philipp Eng unterwegs. Daniel Keilwitz und Hendrik Still pilotieren die Dodge Viper des Team Zakspeed. Aussichtsreich ist auch das Trio Hubert Haupt, Adam Christodoulou und Dirk Müller des Mercedes-AMG Team Black Falcon.

FIA WTCR Macau: Luca Engstler fährt für BRC

Das werden aufregende Wochen für Luca Engstler: Der deutsche TCR-Pilot wird beim FIA-WTCR-Lauf in Macau vom 14. bis 17. November antreten. Der erfolgreiche Nachwuchspilot aus Wiggensbach geht bei den spektakulären Rennen in den Straßenschluchten des Spielerparadieses an der chinesischen Südküste für das BRC Hyundai N Lukoil Racing Team an den Start. Er wird damit für eine höchst erfolgreiche Saison ausgezeichnet, in der er die asiatische und malaysische TCR-Serien gewann und Rennsiege in der TCR China und der TCR Europe erzielte. Bereits Anfang November hat er überdies eine weitere, besonders ehrenvolle Aufgabe: Er reist mit der deutschen Equipe zu den ersten FIA Motorsport Games nach Italien, wo er Deutschland im TCR-Wettbewerb vertritt. 20 Fahrer kämpfen dort in Vallelunga im Touring Car Cup für ihre Nationen um die Medaillen.

Auf dem legendären Guia Circuit von Macau wird Engstler Teampartner von Nicky Catsburg (NED) sein. Der Deutsche vertritt dabei Augusto Farfus (BRA), der bei dieser WTCR-Runde aussetzt. „Ich bin sehr glücklich über diese Chance“, sagt Engstler. „Seit meinem ersten Einsatz im Hyundai i30 N TCR im vergangenen Jahr habe ich es geschafft mich weiterzuentwickeln und zuerst Rennsiege und dann Meistertitel zu erzielen. Das verdanke ich auch der Unterstützung durch das Nachwuchsfahrer-Programm von Hyundai Motorsport Customer Racing. Macau stellt für mich Neuland dar, ich erwarte drei herausfordernde Rennen auf einem anspruchsvollen Straßenkurs. In einer so stark umkämpften Serie wie der WTCR muss man von der ersten Minute des Wochenendes an voll bei der Sache sein – deshalb nutze ich momentan jede Minute für die Vorbereitung.“

BRC-Racing-Teamchef Gabriele Rizzo erklärt, warum die Wahl auf den deutschen Nachwuchspiloten fiel: „Luca trat in diesem Jahr bei der WTCR-Runde auf dem Slovakia-Ring mit einer Wildcard an und zeigte dort seine Wettbewerbsfähigkeit bei internationalen Einsätzen im Hyundai i30 N TCR.“ Hyundai-Motorsport-Direktor Andrea Adamo ergänzt: „Luca besitzt die Fähigkeit, ein Rennen anzuführen und zu gewinnen. Der Schritt in die WTCR ist natürlich ein sehr großer. Aber ich bin ebenso wie das BRC-Team überzeugt, dass er in der Tourenwagen-Topklasse bestehen kann.“

Buhk und Marciello feiern ersten VLN-Sieg für das Mercedes-AMG Team Mann Filter

Strahlender Sonnenschein, strahlende Sieger – Maximilian Buhk und Raffaele Marciello feierten beim achten VLN-Lauf der Saison ihren ersten Sieg für das Mercedes-AMG Team Mann Filter. Sie setzten sich beim ADAC Barbarossapreis nach vier Stunden souverän durch und lagen im Ziel vor Christian Krognes, David Pittard und Jody Fannin im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport. Das Fahrzeug wurde im Anschluss an das Rennen aufgrund einer Nichtübereinstimmung mit dem Homologations-Datenblatt disqualifiziert. Platz zwei erben so Philip Ellis und Maximilian Götz im Mercedes-AMG GT3 von GetSpeed Performance. Dritte wurden Patrick Assenheimer und Manuel Metzger im Mercedes-AMG GT3 des Black Falcon Team AutoArena Motorsport.

„Ich freue mich riesig über meinen ersten VLN-Sieg. Und das HTP-Team hat sich den Erfolg auch redlich verdient, nachdem wir auf der Nordschleife in diesem Jahr sehr viel Pech hatten“, sagte Buhk. „Im Rennen hat Raffaele es mir sehr einfach gemacht. Er ist zu Beginn zwei fantastische Stints gefahren, sodass ich den Sieg nur nach Hause fahren musste. Jetzt freue ich mich auf mein erstes Rennen im neuen Mercedes-AMG GT3 in zwei Wochen.“ Die Vorfreude ist berechtigt, schließlich erlebten Yelmer Buurman und Luca Stolz eine problemlose Premiere des neuen GT3-Renners aus Affalterbach. Das Fahrzeug befindet sich derzeit in der finalen Testphase vor der Auslieferung im kommenden Jahr und verfügt noch nicht über eine GT3-Homologation. Aus diesem Grund starteten Buurman und Stolz in der Klasse SP-X. Gemäß Reglement betrug die Mindestboxenstoppzeit jeweils 30 Sekunden länger als normal und das Rennen musste vom letzten Platz der ersten Startgruppe aufgenommen werden. Black Falcon zeichnete für den ersten Einsatz verantwortlich, beim VLN-Finale in zwei Wochen ist dann das Team HTP-Motorsport dann am Zug.

Das Fahrzeug der zunächst Zweitplatzierten Walkenhorst-Piloten etsprach bei der technischen Nachuntersuchung nicht dem Reglement und wurde disqualifiziert. Die Urteilsbegründung der Sportkommissare: „Im Rahmen der Nachuntersuchung wurde festgestellt, dass das Anzugsmoment der Sicherungsmuttern der Federteller nicht eingehalten wurde und sich diese von Hand lösen ließen. Dies stellt einen Verstoß gegen Artikel 1.6 der Technischen Bestimmungen der Klasse SP9 dar. Dieser Artikel besagt, dass es dem Teilnehmer obliegt, dass sein Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt der Veranstaltung der FIA-GT3-Homologation sowie dem modellspezifischen Datenblatt entspricht.“ Das Team verzichtete auf eine Berufung.

Zufrieden mit ihrer Leistung waren die beiden GetSpeed-Piloten Ellis und Götz, die für den Rennstall aus dem Gewerbepark am Nürburgring den vierten Podestrang in Folge einfuhren. „Mit unserer Platzierung können wir mehr als zufrieden sein“, sagte Ellis. „Wir hatten einen Reifenschaden und nach einer Berührung in der Startphase war an unserem Fahrzeug der Unterboden beschädigt, sodass wir mit Vibrationen zu kämpfen hatten. Vor allem in schnellen Abschnitten war es schwierig einzuschätzen, ob die Aerodynamik noch wie gewohnt funktioniert.“ Ellis setzte sich in einer spannenden Schlussphase rundenlang erfolgreich gegen den sechsfachen VLN-Sieger Manuel Metzger durch, dem im Ziel gerade einmal 0,412 Sekunden fehlten. „Ich wusste genau, dass mir Manuel im Nacken hängt“, grinste Ellis. „Aber der kocht auch nur mit Wasser, daher war ich nicht sonderlich nervös, sondern habe mich darauf konzentriert, an den paar Stellen, wo auf der Nordschleife ein Überholmanöver möglich ist, vorne zu bleiben.“

250. Klassensieg für Peugeot

Das Team Euro Repair Car Service Germany feierte den 250. Klassensieg für Peugeot in der Geschichte der VLN. Jürgen und Joachim Nett gewannen gemeinsam mit dem Briten Bradley Philpot die Klasse SP2T mit dem Peugeot 308 Racing Cup TCR. Den ersten Peugeot-Klassensieg gab es am 21. Mai 1983 durch Dieter Radecki und Dieter Jakob im Peugeot 104 ZS in der Klasse der Gruppe-B-Fahrzeuge bis 1.150 ccm.

Eng ging es erneut in der Klasse SP10 zu. Heimkehrer Michael Schrey holte sich zusammen mit Marc Ehret den Klassensieg im BMW M4 GT4 Hofor Racing by Bonk Motorsport. Dahinter kämpften die Teamkollegen Michael Fischer und Thomas Jäger mit dem Black-Falcon-Trio Tobias Müller, Tim Scheerbarth und Tristan Viidas um Platz zwei. Letztgenannte hatten am Ende die Nase vorne. Im Mercedes-AMG GT4 überquerten sie nur 1,291 Sekunden vor dem BMW die Ziellinie. Der Sieg in der TCR-Klasse ging zum fünften Mal in dieser Saison an mathilda racing. Matthias Wasel, Frederic Yerly und Roland Schmid setzten sich mit dem Cupra TCR gegen das Team Møller Bil Motorsport mit den drei Norwegern Håkon Schjærin, Kenneth Østvold und Anders Lindstad im Audi RS3 durch.

Vorentscheidung in der Meisterschaft ist gefallen

Zwei Fahrzeuge des Pixum Team Adrenalin Motorsport kämpfen in diesem Jahr um die Krone. Yannick Fübrich und David Griessner errangen ihren sechsten Klassensieg im BMW M240i Racing Cup, verteidigten damit ihre Tabellenführung und sicherten sich so die beste Ausgangsposition für das Finale. In der bereinigten Tabelle mit zwei Streichergebnissen beträgt der Vorsprung auf die Teamkollegen und Titelverteidiger Danny Brink, Philipp Leisen und Christopher Rink nur hauchdünne 0,25 Punkte. Das Trio kämpfte sich in der mit 26 Fahrzeugen stark besetzten Klasse V4 zum Sieg. Oliver Frisse, Moran Gott und Torsten Kratz hatten im BMW 325i des Teams Avia Sorg Rennsport im Rennen das Nachsehen und damit auch im Kampf um die Meisterschaft keinen Chancen auf den Titel mehr.

Das Saisonfinale der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet in zwei Wochen, am 26. Oktober, statt.

VLN: Strategiespiele vor dem „Halbfinale“

Beim achten und damit vorletzten Lauf der VLN-Saison 2019 werden die Karten noch einmal neu gemischt: Das „Halbfinale“ beim 51. ADAC Barbarossapreis (12. Oktober 2019) ist der letzte Schlagabtausch vor dem Münsterlandpokal Ende Oktober, und viele Teams wollen noch einmal alles geben. Als möglicher Sieger beim Strategiespiel um Punkte und Positionen sitzen eine Reihe von Mannschaften am Pokertisch: Angefangen bei GetSpeed Performance, die zuletzt beim 59. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen den ersten Sieg der Teamgeschichte in Europas größter Breitensportserie feierten und die dieses Mal mit dem Mercedes-AMG GT3 vor allem auf das Duo Philip Ellis und Maximilian Götz setzen. Ein großer Herausforderer werden die Markenkollegen Manuel Metzger und Patrick Assenheimer vom Team Black Falcon AutoArena Motorsport sein, die beim vierten und sechsten VLN-Lauf siegten. Zwischendurch gewann Assenheimer beim fünften VLN-Rennen auch mit Maro Engel. Auch der Stern von Maximilian Buhk und Raffaele Marciello des Mercedes-AMG Team Mann Filter könnte glänzen.

Chancenreich sind in der SP9 zudem die beiden Falken Motorsports-Fahrzeuge. Peter Dumbreck, Alexandre Imperatori und Sheldon Van Der Linde steuern den BMW M6 GT3. Die Österreicher Klaus Bachler und Martin Ragginger pilotieren den Porsche 911 GT3 R. Im Doppelpack ist auch Phoenix Racing mit von der Partie. In den Audi R8 LMS sitzen Vincent Kolb und Frank Stippler sowie Michele Beretta, Steve Jans und Kim-Luis Schramm. Die vier Ringe auf der Motorhaube hat auch der Bolide von Car Collection mit Elia Erhart, Peter Schmidt und Florian Spengler. Farbe ins Spiel bringt der „Grello“-Porsche von Manthey Racing mit Otto Klohs und Matt Campbell. Als Einzelkämpfer ist beim BMW Team Schnitzer wieder einmal Augusto Farfus unterwegs. Eine Wette wert wäre auch das Trio des Teams Walkenhorst Motorsport. Dem Norweger Christian Krognes und seinen britischen Fahrerkollegen David Pittard sowie Jody Fannin werden ebenfalls Chancen eingeräumt.

Mercedes-AMG GT3 Evo debütiert auf der Nordschleife

Mercedes-AMG spielt sogar eine weitere Trumpfkarte aus: Mit neuer Optik und zahlreichen technischen Optimierungen kommt die Evolutionsstufe des GT3-Sportwagens daher. Der Silberpfeil gibt am Wochenende in der SPX-Kategorie sein Debüt auf der Nordschleife. Als Fahrer im Black-Falcon-Team werden Hubert Haupt, Yelmer Buurman und Luca Stolz im Einsatz sein. In den kleineren Klassen geht es familiär zu. In der VT2 steuern Lena, Robin und Volker Strycek einen Opel Astra J OPC. Michelle Halder, die frischgebackene Siegerin der Honda Junior Challenge bei der TCR Germany, fährt zusammen mit ihrem Bruder Mike in der SP3 auf einem Honda S2000. Mit Hofor Racing by Bonk Motorsport ist in der SP10 auch der Sieger der Team-Wertung der ADAC GT4 Germany gemeldet. Die beiden BMW M4 GT4 fahren Michael Fischer und Thomas Jäger sowie Michael Schrey und Marc Ehret für den deutsch-schweizerischen Rennstall.

Fübrich/Griessner führen bereinigte Gesamtwertung an

In der VLN-Gesamtwertung haben nach Berücksichtigung der beiden Streicher derzeit Yannick Fübrich und David Griessner vom Pixum-Team Adrenalin Motorsport mit 48,57 Punkten die Motorhaube vorn. Die Tabellenführer gewannen im BMW M240i Racing Cup fünf von sechs Rennen. In deren Cup5-Klasse gibt es dieses Mal 14 Nennungen. Die V4 hat erneut die meisten Starter. 29 Autos sind gemeldet. Aus dem Kreis der Fahrzeuge bis 2.500 ccm Hubraum entstammen auch die laut bereinigter Tabelle weiteren beiden großen Titelanwärter. Das Trio vom Team AVIA-Sorg-Rennsport, Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott, siegte bei VLN1, VLN3 und VLN6 und hat 48,01 Punkte auf dem Konto. Die amtierenden VLN-Champions Danny Brink, Philipp Leisen und Christopher Rink, triumphierten mit der Startnummer #1 bei VLN4, VLN5 und VLN7 und stehen bei 48,15 Punkten. Beide Crews können sich allerdings kein Streichresultat mehr erlauben. In den Klassen H2 (10) und SP9 (16) sind die Nennungen ebenfalls zweistellig.

ADAC Nordrhein und SPORTTOTAL verlängern die Zusammenarbeit

Der ADAC Nordrhein e.V. und der Vermarkter SPORTTOTAL setzen ihre langjährige und erfolgreiche Partnerschaft beim ADAC TOTAL 24h-Rennen auch in Zukunft fort. Der Veranstalter des größten Langstreckenrennens der Welt und das in Köln ansässige Kommunikations- und Technologieunternehmen einigten sich auf einen neuen Zweijahresvertrag, der außerdem eine Verlängerungsoption bis ins Jahr 2023 enthält. Der ADAC Nordrhein vertraut bei der Gesamtvermarktung des Events damit weiterhin auf die Expertise des erfahrenen Promoters. SPORTTOTAL bleibt im Besitz der Bewegtbild- sowie werblichen Vermarktungsrechte für das 24h-Rennen am Nürburgring und ist zugleich mit der TV-Produktion und Distribution beauftragt. So wird unter operativer Federführung der SPORTTOTAL LIVE GmbH auch in Zukunft eine hochwertige Medialisierung über sämtliche Verbreitungsplattformen sichergestellt. Dazu gehört auch, dass NITRO das größte Rennen der Welt rund um die Uhr live überträgt. Die Fans können sich damit erneut auf spektakuläre Rennszenen im Free-TV freuen. Die zukunftsweisende Vereinbarung bietet darüber hinaus Planungssicherheit auch für die Organisatoren, Medien und Sponsoren.

„Unser Unternehmen arbeitet bereits seit mehr als zwanzig Jahren äußerst erfolgreich mit dem ADAC Nordrhein als Organisator des 24h-Rennen zusammen“, beschreibt Matthias Wurm, der Geschäftsführer von SPORTTOTAL LIVE. „Wir blicken dabei in allen Bereichen auf eine durchweg positive Entwicklung. In einem herausfordernden Umfeld ist es uns in jüngerer Vergangenheit gelungen, starke Marken wie TOTAL, REMUS, H&R oder DEKRA neu für das 24h-Rennen zu begeistern. Auch die Verlängerung der Partnerschaft mit der RTL Mediengruppe konnte frühzeitig vereinbart werden. Wir freuen uns deshalb, auch in den kommenden Jahren das 24h-Rennen am Nürburgring mitgestalten zu können und insbesondere die Internationalisierung weiter voranzutreiben.“

Für die Veranstalter stellt Rennleiter Walter Hornung die Bedeutung der neuen Vereinbarung heraus: „Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen ADAC Nordrhein, SPORTTOTAL und NITRO hat das 24h-Rennen in den vergangenen Jahren neue Dimensionen erreicht“, fasst er zusammen. „Durch die nun erzielte Vertragsverlängerung mit SPORTTOTAL bleiben alle Beteiligten auch künftig an Bord, und wir können den Motorsportfans weiterhin eine Rennsportveranstaltung der Extraklasse präsentieren.“

Vorverkauf für das 24h-Rennen 2020 ist eröffnet

Ab sofort können sich Fans ihr persönliches Ticket für das ADAC TOTAL 24h-Rennen (21. bis 24. Mai 2020) sichern. Mit dem Start des Vorverkaufs für das größte und prestigeträchtigste Rennen auf der traditionsreichen Nürburgring-Nordschleife beginnt bereits vor dem Ende der aktuellen Saison der Countdown auf das Rennen des Jahres. Das 24h-Rennen bleibt dabei seiner Linie treu und bietet den Besuchern ein volles Programm, das sein Geld wert ist. Auch für die 48. Auflage des Langstreckenklassikers planen die Organisatoren neben erstklassigem Motorsport auf der Strecke ein prall gefülltes Rahmenprogramm, bei dem an jeder Ecke des Nürburgrings Attraktionen auf ihre Entdeckung warten. Unverändert sind auch die Preise und Konditionen für alle Tickets. So erhalten junge Besucher bis inklusive 12 Jahren freien Eintritt (in Begleitung eines Erwachsenen), der Eintritt zum Fahrerlager ist natürlich weiterhin im Preis inbegriffen. Alles Wichtige dazu ist hier auf der 24h-Homepage in der Rubrik Tickets zusammengefasst, dort findet sich auch der direkte Link zum Ticketshop. Wer lieber telefonisch bestellen möchte, kann die Hotline 01806 991185 nutzen (0,20 Euro je Anruf inklusive MwSt. aus dem deutschen Festnetz, max. 0,60 Euro je Anruf inklusive MwSt. aus dem deutschen Mobilfunknetz).

Neben dem Online-Ticketshop und der telefonischen Bestellmöglichkeit gibt es die Eintrittskarten auch in allen ADAC Centern sowie im Ticketshop des ADAC unter www.adac.de/ticketshop. ADAC-Mitglieder genießen dabei einen besonderen Vorteil, denn Sie erhalten mit ihrem im ADAC Mitgliedervorteilsprogramm gekauften Event- oder Wochenendticket bei der Veranstaltung vor Ort gegen Vorlage der Mitgliedskarte ein kostenloses Magazin. Erhältlich sind Tickets außerdem in allen Vorverkaufsstellen, die an das System von Vertriebspartner Eventim angeschlossenen sind. Sie kosten zwischen 24 Euro (Tageskarten Donnerstag bzw. Freitag) und 64 Euro (Eventticket Donnerstag bis Sonntag) – jeweils zzgl. Vorverkaufs- und Versandgebühren. Auch für das Qualifikationsrennen ADAC 24h-Rennen vom 25. bis 26. April 2020 ist der Vorverkauf ab sofort eröffnet. Den großen Prolog zum einen Monat später stattfindenden 24h-Rennen können Besucher ebenfalls zu unveränderten Konditionen erleben – die Tageskarten sind ab 15 Euro erhältlich, ein Wochenendticket kostet 25 Euro. Eintrittskarten im Vorverkauf sind über den Online-Ticketshop auf der Internetseite des Nürburgrings (www.nuerburgring.de) erhältlich.

VLN: Premierensieg für GetSpeed Performance

Fabian Schiller und Dominik Baumann sind die Sieger des siebten VLN-Laufs. Das Duo von GetSpeed Performance schlug sich bei widrigen Wetterbedingungen am besten, pokerte hoch und bescherte der Mannschaft so am Ende den ersten VLN-Sieg in der Teamhistorie. Erst im zweiten Jahr ist das im Gewerbepark am Nürburgring beiheimatete Team in der GT3 als „Königsklasse“ der VLN vertreten. Nach dem Wechsel von Porsche zu Mercedes-AMG zu Saisonbeginn gelang nun endlich der lange ersehnte Triumph. Platz zwei belegte der VLN-Champion von 2011, Tim Scheerbarth, gemeinsam mit Lance David Arnold und Edoardo Mortara (Team Mann Filter). Das Podium komplettierten Nicky Catsburg, David Pittard und Jody Fannin im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport.

Schon im Zeittraining gab GetSpeed den Ton an. Hinter Doppelstarter Schiller, der im Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 23 die Pole-Position holte, stellte Baumann den später siegreichen Mercedes-AMG GT3 mit der #2 auf Platz zwei. In der Anfangsphase des vierstündigen Rennens begann dann der Reifenpoker. Baumann übernahm in Runde sechs die Führung von Schiller. In Runde acht musste er die Spitzenposition für eine Runde abgeben. Während andere Teams bei abtrocknender Stecke auf Slicks wechselten, setzte GetSpeed auf Intermediates, eroberte die Führung zurück und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab.

„Heute hat einfach alles gepasst“, strahlte Schiller über seinen ersten VLN-Sieg. „An diesen Moment werde ich mich noch lange erinnern. Die Bedingungen waren heute wieder extrem schwierig. Wir haben uns als Team seit Saisonbeginn stark verbessert. Dabei geht es nicht um das Große und Ganze, sondern vielmehr um kleine Details.“ Das launige Eifelwetter beschreibt Teamkollege Baumann: „Das kennen wir ja schon“, sagte der Österreicher. „Die Bedingungen waren sehr ähnlich wie bei meinem Comeback bei VLN6. Aber das war heute überhaupt kein Problem. Wenn Du Dich als Fahrer im Auto wohlfühlst, ist es draußen auf der Strecke einfacher.“

Mit seinem Comeback im GT3-Boliden – zuletzt hatte er 2015 einen SLS GT3 pilotieren dürfen – war der Zweitplatzierte Scheerbarth mehr als zufrieden. „Einfach nur geil“, freute sich der Dormagener. „Ich konnte die Zeiten an der Spitze mitgehen, das Auto war mega. Ich würde nicht ablehnen, wenn ich erneut die Chance bekommen würde, GT3 zu fahren.“ Neben dem HTP-Mercedes bestritt Scheerbarth das Rennen auch in seinem angestammten GT4-Pendant des Black Falcon Team Identica. Hier war der Klassensieg zum Greifen nah. Auf den letzten Metern musste sich Teamkollege Tobias Müller allerdings dem Duo Heiko Eichenberg und Erik Johansson im BMW M4 GT4 des Team AVIA Sorg Rennsport geschlagen geben – um gerade einmal 0,019 Sekunden.

In der Anfangsphase des 4-Stunden-Rennens brannte Fannin im Walkenhorst-BMW von Platz zehn aus gestartet ein wahres Feuerwerk ab. Das Team wechselte eine Runde vor den Mitstreitern auf Slicks. Zunächst schien die Entscheidung goldrichtig. Der Brite machte weiter Boden gut und fuhr in Richtung Spitze. Als dann erneut Regen einsetzte fiel er jedoch zurück. „Wie gewonnen, so zerronnen“, sagte er. „Vor allem auf nasser Piste hatte ich sehr viel Vertrauen in das Auto. Ich habe von Runde zu Runde genau analysiert, wie sich die Streckenverhältnisse geändert haben. So konnte ich pushen. Dann dachten wir, dass es weiter abtrocknen würde und haben uns mit Slicks leider verpokert. Aber Schwamm drüber, wir können mit Platz drei trotzdem sehr zufrieden sein.“

Hinter dem viertplatzierten Falken-BMW mit Peter Dumbreck und Stef Dusseldorp fuhren Vincent Kolb und Steve Jans im Audi R8 LMS von Phoenix Racing als schnellstes Pro-Am-Team auf Rang fünf. „Das war für uns ein gutes Rennen“, sagte Jans. Auch die schnellsten Am-Fahrer, Michael Heimrich und Arno Klasen aus dem Team équipe vitesse, fuhren einen Audi R8 LMS.

Der Sieg in der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing ging an Moritz Kranz, Thorsten Jung und Nico Menzel für das Team Mühlner Motorsport SPRL. Das schnellste TCR-Fahrzeug, den Cupra TCR von mathilda racing, pilotierten Matthias Wasel, Frederic Yerly und Roland Schmidt.

Spannung im Kampf um die Meisterschaft

Die Entscheidung um den VLN-Titel bleibt weiter spannend. Yannick Fübrich und David Griessner haben mit ihrem fünften Klassensieg in der BMW M240i Racing Cup-Klasse die Tabellenführung verteidigt. Die Doppelführung für das Pixum Team Adrenalin Motorsport machen Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils perfekt, die in der Klasse V5 auf sechs Klassensiege kommen. Da diese im Schnitt jedoch schwächer besetzt ist als die BMW-Cup-Klasse, haben sie in der Meisterschaft derzeit das Nachsehen. Zwei Titelfavoriten, die V4-Teams von Adrenalin und AVIA Sorg Rennsport, lieferten sich erneut ein packendes Duell in der stärksten Klasse – dieses Mal mit dem besseren Ende für die Titelverteidiger von Adrenalin, Philipp Leisen, Danny Brink und Christopher Rink, die dem Trio Thorsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott eine Runde abnahmen.

In der heißen Phase der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring geht es jetzt Schlag auf Schlag. Bereits in zwei Wochen findet der achte Lauf statt. Der 51. ADAC Barbarossapreis des MSC Sinzig führt am 12. Oktober über die gewohnte Distanz von vier Stunden.

VLN 7: Spaß beiseite

Beim siebten von neun Läufen der VLN beginnt am letzten September-Wochenende das letzte Saisondrittel. Das Reinoldus-Langstreckenrennen läutet die heiße Phase im Kampf um den Gesamt- und die Klassensiege ein. In Abwesenheit von Triple-Sieger Patrick Assenheimer stellt sich dabei vor allem eine Frage: Wer wird diesmal nach vier Stunden der Schnellste sein?

An der Spitze dürften sich auch diesmal alte Bekannte um den Sieg balgen: Walkenhorst Motorsport geht in der SP9 mit drei BMW M6 GT3 ins Rennen. Die Speerspitze bildet das Trio Nicky Catsburg, David Pittard und Jody Fannin. Bei Falken Motorsport sitzen Peter Dumbreck und Stef Dusseldorp im BMW M6 GT3, während Jörg Bergmeister und Martin Ragginger im Porsche 911 GT3 R Platz nehmen. Ebenfalls zwei GT3-Fahrzeuge rollen für GetSpeed Performance an den Start. Vor allem dem Mercedes-AMG GT3 mit Marek Böckmann und Dominik Baumann werden Chancen eingeräumt. Im BMW Team Schnitzer pilotiert der langjährige DTM-Pilot Augusto Farfus einen M6 gemeinsam mit Doppelstarter Stef Dusseldorp.

Auch Phoenix Racing ist mit der Kombination aus Steve Jans, Vincent Kolb und Nicolai Møller Madsen im Audi R8 LMS nicht chancenlos. Konrad Motorsport will mit dem Lamborghini Huracán und den Piloten Axcil Jefferies und Michele Di Martino die Konkurrenz auf die Hörner nehmen. Und last but not least gibt es beim Mercedes-AMG-Team Mann Filter ein Comeback in der Königsklasse der VLN: Lance David Arnold und Edoardo Mortara gehen hier ins Rennen. Tim Scheerbarth, nach wie vor bei Black Falcon im GT4 unterwegs, bestreitet einen Doppelstart. „Aufgrund meiner Erfolge in der VLN hat Mercedes-AMG nun gesagt, »der Junge kann ja vielleicht was, lasst uns ihm doch mal die Möglichkeit auf einem SP9-Auto geben«“, witzelt der Dormagener.

Groneck-Brüder sitzen im Walkenhorst-BMW

„Melle united“, lautet beim siebten VLN-Lauf ebenfalls ein Motto. Denn sowohl die Meister der Jahre 2013 und 2015, Tim und Dirk Groneck, als auch das Team Walkenhorst Motorsport sind in der niedersächsischen Stadt daheim. Dieses Mal machen sie in der Cup5-Klasse gemeinsame Sache. Groneck/Groneck steigen dafür um und tauschen den bewährten Renault Clio gegen einen BMW M240i. Den Abstecher in den BMW gehen sie mit dem größtmöglichen Ernst und Einsatz an: „Wir wollen ins vordere Drittel, das wäre schon ganz gut. Insgeheim hoffen wir auf eine Top-Fünf-Platzierung. Aber da fahren viele Jungs mit, die das Auto wie ihre Westentasche kennen. Wenn das Wetter wechselhaft wäre, fände ich das gar nicht so schlimm. Schauen wir mal, wo es uns hin spült“, sagt Tim Groneck.

Vater und Sohn Brundle freuen sich auf gemeinsame Fahrt

Ein besonderes Ereignis ist VLN7 auch für Vater und Sohn Brundle. Sie nehmen erstmalig auf der Nordschleife im selben Auto Platz. 158 Mal ging Martin Brundle in der Formel 1 an den Start. Mittlerweile berichtet der 60-Jährige für den britischen Sender Sky Sports von der Königsklasse des Automobilsports. Währenddessen ist Sohn Alex auf der Rennstrecke in die Fußstapfen seines Papas getreten. Am Nürburgring pilotieren sie einen Aston Martin Vantage AMR GT4 des Teams AMR Performance Centre. „Auf der Nordschleife Rennen zu fahren ist für mich zu einer echten Leidenschaft geworden. Diese nun mit meinem Vater teilen zu können, macht es außergewöhnlich. Es gibt kaum etwas Besseres, außer zu gewinnen“, sagt Alex Brundle.

In der VLN-Gesamtwertung verteidigten Yannick Fübrich und David Griessner vom Pixum Team Adrenalin Motorsport beim sechsten VLN-Lauf mit Rang zwei in der Cup5-Klasse ihre Führung. Die Tabellenführer hatten zuvor im BMW M240i Racing Cup alle vier Rennen gewonnen. Mit 47,78 Punkten liegen sie in Führung, gefolgt von Oskar Sandberg, Norbert Fischer und Daniel Zils (46,99, ebenfalls Pixum Team Adrenalin Motorsport), die mit ihrem Porsche Cayman in der V5 noch ungeschlagen sind. Mit 43,44 Punkten liegen Nico Otto und Lars Peucker, die auch im BMW M240i Racing Cup unterwegs sind, mit dem Eifelblitz nach drei zweiten und einem dritten Platz noch in der Spitzengruppe.

V4 erneut teilnehmerstärkste Klasse

Während es in der Cup5-Klasse dieses Mal 18 Nennungen gibt, kann die V4 erneut auf die meisten Starter verweisen. 23 Autos sind gemeldet. In der Kategorie der Fahrzeuge bis 2.500 ccm Hubraum wechseln sich zwei Teams an der Spitze ab. Das Trio vom Team Avia Sorg Rennsport, Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott, siegte beim ersten, dritten und sechsten VLN-Rennen. Die amtierenden VLN-Champions, Danny Brink, Philipp Leisen und Christopher Rink, triumphierten mit der Startnummer #1 beim vierten und fünften Lauf. Beide Crews können sich allerdings kein Streichresultat mehr erlauben. In den Klassen H2 (11) und SP9 (13) sind die Nennungen ebenfalls zweistellig.

FIA WTCR: Lynk & Co nutzt Heimvorteil

Nach zwei Monaten Sommerpause ist der FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) in seine Asientour gestartet: Vier Wochenenden inklusive des nun absolvierten im chinesischen Ningbo bleiben noch im Kampf um den Meistertitel. Und alles spricht für ein spannendes Finale! In Ningbo spielten die Fahrer der TCR-Rennwagen von Lynk & Co ihren Heimvorteil aus: Yvan Muller (FRA) holte die Pole in beiden Qualifyings und siegte im ersten Lauf und dritten Lauf des Wochenendes. Im zweiten Rennen, das traditionell für die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses gestartet wird, konnte dann Norbert Michelisz triumphieren. Der Ungar wurde nach einem spektakulären Rennen schließlich vor Hyundai-Markenkollege Gabriele Tarquini (ITA) abgewinkt – und auch hier konnten sich Yvan Muller und Thed Björk (SWE) in ihren Lync & Co 03 TCR auf Platz drei und vier bestens in Szene setzen. Ein Wochenende zum Abhaken erlebte dagegen der bisherige Spitzenreiter: Esteban Guerrieri blieb nach einem 19. Platz und zwei Ausfällen punktelos – er ist vor dem WTCR-Wochenende in Japan (25. – 27. Oktober) nur noch auf Platz zwei der Tabelle hinter Michelisz. Nach der brillanten Vorstellung in China rangiert den Elsässer Muller auf Platz drei der Tabelle.

Genau so dürfte sich die Lynk&Co-Mannschaft das Heimspiel in China vorgestellt haben: Die knallblauen TCR-Tourenwagen von Cyan-Racing konnten dem Geschehen im Ningbo International Speedpark ihren Stempel aufdrücken. Schon im spannenden ersten Qualifying dominierte Yvan Muller, doch die Leistungsdichte auf der Vier-Kilometer-Strecke war hoch. 21 Autos lagen innerhalb von weniger als einer Sekunde. Gerade einmal 0,05 Sekunden trennten Muller vom Lokalmatador Ma Qinghua (CHN) in der Alfa Romeo Giulietta TCR.

Lauf 1: Muller siegt, Desaster für Tabellenführer Guerrieri
Im Rennen konnte Muller auf dem chinesischen Rennwagen an die starke Leistung anknüpfen: Muller verteidigte seine Führung das ganze Rennen über gegen Ma Qinghua, der keinen Weg an den Lynk & Co 03 TCR vorbei fand. Entscheidend war dabei der Start, den der Franzose gewann, während Alfa-Pilot Ma von Mikel Azcona (ESP, Cupra TCR) unter Druck gesetzt wurde. Der Chinese war aber schnell genug, um wieder auf den Führenden aufzuholen. Ma hing Muller die kompletten 13 Runden am Heck. „Das war alles andere als einfach“, so Muller. „Ma hat mich sehr unter Druck gesetzt. Es gab einen Punkt, an dem ich meinen Ingenieur gefragt habe, wie lange noch zu fahren ist. Seine Antwort war sechs Runden. Ich antwortete, dass das noch eine lange Fahrt wird. Ich musste mich voll fokussieren.“ Azcona komplettierte bei seinem Ningbo-Debüt das Podium. Er konnte sich im Cupra in den letzten Runden gegen Norbert Michelisz (Hyundai) durchsetzen, der mit Platz vier aber wichtige Punkte im Kampf um den Meistertitel holte. Denn gleichzeitig erlebte Spitzenreiter Esteban Guerrieri (ARG) ein Desaster: Beim Fahrer des deutschen Teams All-Inkl.com Münnich Motorsport wurde in der Startaufstellung der Feuerlöscher ausgelöst. Deshalb musste er mit seinem Honda Civic Type R TCR aus der Boxengasse starten. Abgewinkt wurde er schließlich auf Platz 19, was einen punktelosen Lauf bedeutete.

Lauf 2: Dramatische Szenen, ein strahlender Sieger
Auch im zweiten Rennen ging der Spitzenreiter leer aus – und verlor damit sogar die Meisterschaftsführung. In einem dramatischen Lauf gelang es Norbert Michelisz stattdessen, mit einem Sieg den ersten Tabellenplatz zu erobern. Eine ganze Reihe von Zwischenfällen in der ersten Runde führte zu einer starken Dezimierung des Feldes. So landete Guerrieri in den Leitplanken und fiel aus, während Michelisz sich im Kampf mit Pole-Sitter Andy Priaulx (GBR, Lynk & Co 03 TCR) durchsetzte. Während die beiden Spitzenreiter ungehindert davonzogen, ging es hinter ihnen rund: Benjamin Leuchter (Duisburg, VW), Augusto Farfus (BRA, Hyundai) und Tiago Monteiro (POR, Honda) gehörte zu den Leidtragenden. Von den 25 gestarteten Fahrzeugen sahen schließlich nur zehn die Zielflagge. An der Spitze bot der Fight der beiden Führenden ebenfalls beste Unterhaltung, und es war schließlich der Ungar, der sich durchsetzen konnte: Der dreifache Tourenwagen-Weltmeister Priaulx hatte schließlich ein Reifenproblem vorne rechts, bremste unerwartet früh, und Michelisz beschädigte seinen Hyundai stark, als er auffuhr. Tarquini, der den Teamkollegen bis dato abgeschirmt hatte, fand sich als Führender wieder, ließ Michelisz aber wieder vorbei, um ihm die wichtigen Meisterschaftspunkte zu sichern.

Lauf drei: Ungefährdeter Sieg Nummer zwei für Muller
Das perfekte Wochenende krönte Muller schließlich mit seinem zweiten Rennsieg in Lauf drei: Die Tourenwagen-Legende hielt von der Pole-Position aus die Konkurrenz hinter sich und gewann vor seinem Lynk&Co-Teamkollegen Yann Ehrlacher, der außerdem sein Neffe ist. Die beiden Titelkandidaten Norbert Michelisz und Esteban Guerrieri gehörten dagegen zu den zahlreichen Fahrern, die es nicht ins Ziel schafften. „Es war ein fantastisches Wochenende“, freute sich der 50-Jährige. „Alle Jungs und Mädels bei Cyan Racing Lynk & Co verdienen das. Wir hatten einen harten Sommer, in dem wir darüber nachgedacht haben, was wir tun müssen. Wir sind fokussiert geblieben und haben an diesem Wochenende unser Ziel erreicht. Jetzt ist alles möglich.“ Muller und Ehrlacher erwischten einen sauberen Start, während es im Hinterfeld gleich zu Kollisionen kam: Jean-Karl Vernay und Daniel Haglöf hatten einen Kontakt, in dem dann auch noch Frederic Vervisch und Guerrieri verwickelt wurden. Sowohl Vernay als auch Haglöf mussten das Rennen aufgeben. Danach erwischte Michelisz zum zweiten Mal das Heck von Andy Priaulx im Lynk & Co. Der Hyundai krachte in die Mauer und auch Michelisz musste aufgeben. Nach einer Safetycar-Phase wurde das Rennen in Runde fünf wieder freigegeben, und prompt gab es eine Runde später einen Kontakt zwischen Tiago Monteiro und Niels Langeveld, der das Aus für den Comtoyou-Audi bedeutete. Danach krachte Monteiro nach einem Kontakt mit Mehdi Bennani heftig in die Mauer. Monteiro wurde nicht verletzt und Bennani bestraft: Es kam zu einer zweiten Safetycar-Phase, um die Autos zu bergen. In Runde zehn ging es weiter: Guerrieri musste wegen eines Folgeschadens aus einem früheren Kontakt aufgeben und verpasste so die Chance, am ausgefallenen Michelisz in der Tabelle wieder vorbeizuziehen. Während das Führungsduo ungefährdet vorneweg fuhr, gab es dahinter einen harten Kampf um die verbleibende Podiumsplatzierung. Nicky Catsburg hatte nach einem Kontakt mit Aurelien Panis einen Reifenschaden. Augusto Farfus erbte den dritten Platz, gab diese Position aber an seinen Hyundai-Kollegen Gabriele Tarquini ab. Der Italiener kam hinter Muller und Ehrlacher ins Ziel, während Farfus sicher auf Platz vier fuhr.

Nordschleifen-Termine 2020 stehen fest

Schon frühzeitig hat die VLN in diesem Jahr ihre Pläne für die kommende Saison bekannt gegeben, und auch die Terminplanung des 24h-Rennens ist längst beschlossene Sache: Fans und Aktive können damit schon jetzt mit den Planungen für die kommende Nordschleifensaison beginnen. Drei VLN-Läufe werden vor dem 24h-Rennen im Mai kommenden Jahres zur Verfügung stehen, um die Fahrzeuge auf die längste und schönste Rennstrecke der Welt abzustimmen. Hinzu kommt das 24h-Qualirennen, bei dem rund einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt noch einmal eine ausführliche Generalprobe auf dem Programm steht.

Obwohl das ADAC TOTAL 24h-Rennen im kommenden Jahr deutlich früher terminiert ist als 2019, haben Teams und Fahrer dennoch ausführliche Gelegenheit, sich auf das Rennen des Jahres vorzubereiten. Ein drittel der VLN-Saison wird bereits im März und April absolviert. Schon eine Woche nach dem dritten Saisonrennen der Serie steht dann das 24h-Qualirennen auf dem Programm, bei dem die Abläufe des 24h-Rennens ausführlich geprobt werden können: Abendtraining, Top-Qualifying um die Pole und das sechsstündige Rennen machen das Wochenende insbesondere für die Topteams attraktiv. Einen Monat nach dem 24h-Rennen im Mai geht es dann in der VLN weiter: Ab 27. Juni stehen bis in den Oktober hinein gleich sechs Läufe auf dem Programm, die die Wartezeit bis zum nächsten 24h-Rennen (3. bis 6. Juni 2021) verkürzen.

Nordschleifentermine 2020

21. März: VLN 1
04. April: VLN 2
18. April: VLN 3
25. – 26. April: ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen
21. – 24. Mai: ADAC TOTAL 24h-Rennen
27. Juni: VLN 4
11. Juli: VLN 5
01. August: VLN 6
29. August: VLN 7 (6h-Rennen)
26. September: VLN 8
24. Oktober: VLN 9

Assenheimer schafft das Tripple im Eifelmonsun

Mit seinem dritten VLN-Sieg in Folge hat sich Patrick Assenheim einen Eintrag in der ewigen Bestenliste der Rennserie gesichert. Der 24h-Jährige konnte beim sechsten VLN-Lauf im Mercedes-AMG GT3 des Black Falcon Teams AutoArena Motorsport damit eine alte Rekordmarke knacken: Ein Hatrick gelang in der VLN zuletzt Christian Mamerow und Dirk Werner, die 2008 die letzten drei Saisonläufe für sich entschieden. Das Podium beim 42. RCM DMV Grenzlandrennen komplettierten Pierre Kaffer und Frank Stippler im Audi R8 LMS von Car Collection Motorsport sowie Philip Ellis und Dominik Baumann im Mercedes-AMG GT3 von GetSpeed Performance. Das Rennen geriet wegen des sehr wechselhaften Wetters zur Pokerpartie. Starke Regenfälle und die abtrocknende Strecke verlangten nicht nur den Fahrern alles ab. Vor allem die Strategen der Teams mussten bei der Reifenwahl ein glückliches Händchen beweisen.

„Als ich 2011 in der VLN meine ersten Rennen in der Klasse V4 gefahren bin, ist ROWE-Racing zu Mercedes-AMG gewechselt. Von dem SLS war ich damals absolut fasziniert und es war ein großer Traum von mir, irgendwann mit einem GT3-Boliden auf der Nordschleife zu fahren“, sagte Assenheimer. „Aber der Traum schien unerreichbar weit weg und kaum realisierbar. Heute feiere ich meinen vierten VLN-Sieg, den dritten in Folge und bin einfach nur glücklich. Das ist der Wahnsinn.“ Das sechste Saisonrennen war nicht nur für Assenheimer eine große Herausforderung. „Ich glaube, das war für alle Piloten nicht einfach, heute heile durchzukommen“, sagte er. „Black Falcon wählte eine perfekte Strategie. Wir haben vermutet, dass es in der Anfangsphase relativ schnell abtrocknen würde. Daher haben wir den Luftdruck darauf angepasst. Am Anfang hatte ich noch das Nachsehen, aber nach eineinhalb Runden war ich dann in der Lage, voll anzugreifen. Nur den Speed von Kevin Estre im Manthey-Porsche konnte ich nicht mitgehen.“

Die Pole-Position sicherte sich Doppelstarter Frank Stippler im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing. In der Anfangsphase lieferte sich der Routinier aus Bad Münstereifel ein packendes Duell mit Estre im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing. Der Franzose übernahm in Runde zwei die Führung und setzte sich an der Spitze des Feldes ab. In Runde 14 schied er nach einem Unfall im Kesselchen vorzeitig aus. Für den Phoenix-Audi war das Rennen nach 17 Runden vorzeitig beendet. „Sowohl auf dem Phoenix-Audi zu Beginn des Rennens als auch im Car Collection-Wagen – wir lagen bei meinen drei Stints immer mit den Reifen knapp daneben“, räumte Stippler ein. „Daher hat es am Ende nur zu Platz zwei gereicht.“ Kaffer ergänzte: „Das Ergebnis geht unter diesen schwierigen Bedingungen aber vollkommen in Ordnung. Es war teilweise oberstes Gebot, das Auto auf der Strecke zu halten.“

GetSpeed-Pilot Ellis war mit seinem zweiten Podestrang in der Saison 2019 ebenfalls zufrieden: „Das war ein sehr anstrengendes Rennen. Nicht körperlich, aber mental. Ich bin beide Stints im Regen gefahren und hatte – außer auf dem GP-Kurs – eigentlich keine trockene Strecke. Da musste ich höllisch aufpassen, die Regenreifen nicht zu Beginn meines Stints schon kaputt zu machen. Das Wetter hat es schwierig gemacht richtig zu pushen, es regnete mal mehr, mal weniger. Wir konnten gegen Rennende noch einiges an Zeit gut machen, trotz teilweise heftigen Aquaplanings.“

Hinter dem Spitzentrio belegten die beiden Fahrzeuge von Falken Motorsports, der Porsche 911 GT3 R mit Klaus Bachler und Martin Ragginger sowie der BMW M6 GT3 mit Peter Dumbreck und Alexandre Imperatori die Plätze vier und fünf. Bestes Pro-Am-Team war Walkenhorst Motorsport mit den Piloten Rudi Adams, Jörn Schmidt-Staade und Jordan Tresson im BMW M6 GT3 auf Rang acht. Das schnellste GT3-Am-Fahrzeug – ebenfalls von CarCollection – pilotierten Oliver Bender, Klaus Koch und Peter Schmidt auf Gesamtrang 36. Einen großen Erfolg feierten Moritz Kranz, Thorsten Jung und Nico Menzel für Mühlner Motorsport. Im Trophy-Cayman GT4 CS belegte das Trio Rang neun und ließ dabei eine Reihe von stärker motorisierten Fahrzeugen hinter sich. Schnellstes TCR-Fahrzeug war der VW Golf von Max Kruse Racing mit den Fahrern Andreas Gülden und Benjamin Leuchter.

Keine Veränderungen an der Tabellenspitze

In der Meisterschaft verteidigten Yannick Fübrich und David Griessner (Team Pixum Adrenalin Motorsport) mit Platz zwei in der BMW M240i Racing Cup-Klasse ihre Führung. Rang zwei behalten die Adrenalin-Teamkollegen Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils, die mit dem Porsche Cayman die KlasseV5 gewannen.

Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott präsentierten sich in der Saison 2019 bislang stark. Das Trio des AVIA Team Sorg Rennsport holte bei den ersten fünf Rennen zwei Klassensiege in der stark besetzten V4 und führte zeitweise die Tabelle an. Allerdings mussten sie auch bereits einen Ausfall verbuchen, sodass sie aktuell an der Tabellenspitze keine Rolle spielen. Das Blatt könnte sich wenden, wenn zum Saisonende die Streichergebnisse zum Tragen kommen. Beim sechsten Lauf folgte nach einer starken Schlussphase, in der Gott die Titelverteidiger Rink, Brink und Leisen niederrang, der dritte Klassensieg bei insgesamt 27 Fahrzeugen in der V4. Allerdings dürfen sich Kratz, Frisse und Gott keinen Ausrutscher mehr erlauben. Zwei weitere Siege für Sorg Rennsport holten Sindre Setsaas, Inge Hansesaetre und Moritz Oberheim in der Cup 5 sowie Heiko Eichenberg und Erik Johansson in der GT4-Klasse SP10.

VLN 5: Doppelsieg für Black Falcon

Black Falcon hat dem Sechs-Stunden-Rennen der VLN seinen Stempel aufgedrückt. Patrick Assenheimer und Maro Engel jubelten erst über die Pole-Position im nassen Zeittraining und schließlich über den zweiten Sieg in Folge für Assenheimer und sein Team – in einem Rennen, das bei strahlendem Sonnenschein seinen Höhepunkt fand. Im Ziel betrug der Vorsprung des Mercedes-AMG GT3 des Black Falcon Team AutoArena Motorsport 35,804 Sekunden vor dem Schwesterfahrzeug von Hubert Haupt, Adam Christodoulou und Luca Stolz. Platz drei ging an Vincent Kolb und Frank Stippler im Audi R8 LMS von Phoenix Racing.

„Perfekt“, freute sich Assenheimer über seinen dritten VLN-Gesamtsieg. „Maro und ich wussten, dass die Konkurrenz stark sein würde, vor allem im eigenen Lager. Das war ein unglaublich spannendes Rennen – mit dem besseren Ende für uns.“ Mit einem Grinsen entgegnete Haupt: „Für mich ist es doppelt schlimm, von den Teamgefährten geschlagen zu werden. Wir hätten gerne den Vorjahressieg wiederholt.“

„Typisch Eifel. Zum Glück fahre ich gerne im Nassen“, beschrieb Polesitter Engel seine Erinnerungen an das Zeittraining. Der Wahlmonegasse setzte zu Beginn der Session früh die Bestzeit, danach waren aufgrund von Nebel und zunehmendem Regen keine Verbesserungen mehr möglich. Auch die erste Stunde des Rennens war noch von Regen geprägt, und Engel warf gegen Fabian Schiller im GetSpeed-Mercedes-AMG und Stippler im Phoenix-Audi seine gesamte Erfahrung in die Waagschale. „Das war ein sehr hartes Rennen mit tollen Zweikämpfen. Ich bin wahnsinnig happy“, sagte er. In Summe führten beide Black Falcon Teams 34 Runden lang das Tableau an. Der Anteil der Sieger betrug 16, die der Zweitplatzierten 18 Umläufe.

Kolb freute sich über seinen zweiten VLN-Podestplatz: „Wenn mir gestern jemand gesagt hätte, dass ich heute auf dem Podium stehen würde, hätte ich gleich unterschrieben“, sagte er. „Stippi war am Anfang sehr stark. In meinem Stint hatte ich dann ein tolles Duell mit Patrick Assenheimer – rundenlang sind wir im Paarflug um die Nordschleife gerast. Da hatte ich eine Menge Spaß, die am Ende mit einem Siegerkranz belohnt wurde.“

Hinter dem Spitzentrio fuhren die beiden BMW von Rowe Racing und Walkenhorst Motorsport auf die Plätze vier und fünf. Der Falken-Porsche belegte Rang sechs vor dem blau-grünen BMW M6 GT3 des Teams. Den Sieg in der Pro-Am-Wertung holten sich Michele Beretta, Steve Jans und Nicolay Møller Madsen im zweiten Phoenix-R8. Im Gesamtergebnis stand nach 40 Runden Platz acht zu Buche. „Der Start war sehr schwierig. Wir haben erst nach drei Runden auf Slicks gewechselt, da war unser Rückstand aber bereits zu groß, um bei den Podiumsplätzen noch ein Wörtchen mitreden zu können. Daher sind wir nicht hundertprozentig zufrieden“, sagte Jans.

Spannend war die Entscheidung in der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing. Ivan Jacoma, Claudius Karch und Kai Riemer feierten im Fahrzeug von Schmickler Performance powered by Ravenol ihren ersten Saisonsieg vor Moritz Kranz, Thorsten Jung, Nico Menzel und Fidel Leib im Mühlner-Porsche. Im Ziel betrug der Vorsprung gerade einmal 15,488 Sekunden. Den Sieg im BMW M240i Racing Cup sicherten sich Yannick Fübrich und David Griessner für das Pixum Team Adrenalin Motorsport vor Sindre Setsaas, Inge Hanseaetre und Moritz Oberheim des Teams Avia Sorg Rennsport. Platz drei ging an Nico Otto, Lars Peucker und Florian Naumann vom Team Scheid-Honert Motorsport. Sieger der KTM-X-Bow-GT4-Klasse wurden Georg Griesemann, Florian Bodin und Reinhard Kofler. In der GT4-Klasse SP10 triumphierten Heiko Eichenberg und Erik Johansson im BMW M4 GT4 von AVIA Sorg Rennsport und die TCR-Klasse gewannen Matthias Wasel, Frederic Yerly und Roland Schmid im Seat Cupra von mathilda racing.

Halbzeitbilanz: Adrenalin-Doppelführung in der Meisterschaft

Nach fünf von neun VLN-Läufen führen Yannick Fübrich und David Griessner die Meisterschaft mit 38,85 Punkten an. 1,03 Zähler dahinter belegen Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils, ebenfalls vom Pixum Team Adrenalin Motorsport, Rang zwei. Dritte sind Nico Otto und Lars Peucker. Griessner ist auch der Führende in der VLN-Junior-Trophäe, Fischer / Sandberg / Zils liegen ihrerseits in der VLN-Produktionswagen-Trophäe auf Platz eins. Nach zwei Siegen in Folge liegt das Black Falcon Team AutoArena Motorsport in der Rowe-Speed-Trophäe by VLN 2019 in Front.

Johannes Scheid begeistert die Zuschauer

Ein besonders emotionaler Moment fand unmittelbar vor dem Start des Sechs-Stunden-Rennens statt. VLN-Urgestein Johannes Scheid absolvierte zum 50-jährigen Jubiläum seines Teams Scheid Motorsport eine Ehrenrunde im BMW M3 GTR S aus der Saison 2009. Die Motorenschmiede FEV aus Aachen, langjähriger Partner von Scheid, brachte den Publikumsliebling von damals zurück an den Nürburgring. „Das war traumhaft, da werde ich mich noch lange dran erinnern“, sagte Scheid überwältigt. Die Fans feierten die Rückkehr des legendären Eifelblitz, der rund um die Nordschleife vor allem mit dem kernigen Sound des V8-Saugers begeisterte.