VLN: Rückkehrer, Umsteiger und Aufsteiger

Beim sechsten Lauf der VLN (7. September) sorgen zwei Rückkehrer für Gesprächsstoff: Beim 42. RCM DMV Grenzlandrennen meldet sich „Grello“, der SP9-Bolide von Manthey Racing, zurück auf der Nordschleife. In der Klasse H2 kehrt außerdem der VW Jetta 16V zurück. Auch ansonsten hat das bunte und abwechslungsreiche Starterfeld der VLN wieder viele motorsportliche Leckerbissen zu bieten.

Es waren spektakuläre Bilder: Beim Qualifying zum Saisonauftakt der VLN kollidierte der Jetta 16V Ende März unglücklich mit dem BMW 328 von Beat Schmitz. Fahrer Stefan Lohn überschlug sich mit dem VW im Bereich Brünnchen sechs Mal und landete letztlich auf der Streckenbegrenzung. Lohn blieb aufgrund der hohen Sicherheitsstandards unverletzt. Das Auto war nach dem heftigen Abflug komplett zerstört. Ein herber Nackenschlag für das kleine Team XXL Racing. Aber die VLN-Familie steht in der Not zusammen. Ein Spendenaufruf über die sozialen Medien von Fahrer Norbert Mehling sorgte für eine riesige Resonanz. Innerhalb von kurzer Zeit kamen mehr als 20.000 Euro zusammen. Die selbe Summe wurde ungefähr nochmal an Sachleistungen gespendet. „Das war wirklich irre. Wir hatten alle Gänsehaut. Normal ist das nicht. So etwas erlebt man ganz selten“, sagt Pilot Thomas Erhardt begeistert. Mit seinem Mitstreitern Phillip Eis und Norbert Mehling will der 62-Jährige sich in der mit elf Fahrzeugen gut besetzten H2 erst mal langsam wieder ran tasten an die Grüne Hölle.

Klohs feiert seine Premiere im „Grello“

Keine Eingewöhnungszeit benötigt die #911. Der allseits beliebte „Grello“ ist nach zwei Läufen Pause zurück in der Eifel. Beim Grenzlandrennen feiert zudem Otto Klohs zusammen mit Kevin Estre und Lars Kern seine Premiere in der aktuellen Generation des Porsche 911 GT3 R. „Mein Wunsch war es immer, wenn es die Möglichkeit gibt, mal mit dem neuen Auto über die Nordschleife zu fahren“, sagt Klohs, der im Januar 2020 seinen 60. Geburtstag feiert. Normalerweise pilotiert er den weiß-roten Vorjahres-911 GT3 R mit der #12. Insgesamt sind 16 Autos in der Königsklasse der VLN dabei. Walkenhorst Motorsport bringt gleich drei SP9-Boliden mit in die Boxengasse. GetSpeed Performance und Falken Motorsport jeweils zwei. Hier sind unter anderem die Vorjahressieger Klaus Bachler und Martin Ragginger im Porsche 911 GT3 R gemeldet. Für das Team Black Falcon AutoArena Motorsport setzt sich der Sieger der letzten beiden Läufe, Patrick Assenheimer, wieder hinters Lenkrad. Teamkollege im Mercedes AMG GT3 ist dieses Mal wieder Manuel Metzger. Mit ihm zusammen gewann er den vierten VLN-Lauf.

Einen prominenten Umsteiger gibt es ebenfalls: In der Cup3 fährt Volker Strycek nach über 20 Jahren wieder mit einem Porsche. Der 129-fache VLN-Klassensieger ist als langjähriger Opel-Sportchef untrennbar mit der Marke Opel verbunden. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. 2018 startete er bereits zusammen mit Max Friedhoff im KTM X-Bow GT4. In diesem Jahr folgte eine weitere Einladung: Axel und Max Friedhoff sind mittlerweile auf einen Porsche Cayman GT4 CS umgestiegen und wollten unbedingt zusammen mit Strycek ein Rennen bestreiten. Dies wird nun beim sechsten VLN-Lauf im Rahmen der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing in die Tat umgesetzt. „Als Axel mich angerufen hat, musste ich nicht lange überlegen“, sagt Strycek. „Ich bin gespannt auf den Cayman. Ich glaube, dass GT4-Fahrzeuge in der VLN eine große Zukunft haben.“ Parallel wird er auch auf dem kultigen Opel Manta mit Olaf Beckmann und Peter Hass an den Start gehen.

Fübrich/Griessner eilen von Sieg zu Sieg

In der VLN-Gesamtwertung weisen Yannick Fübrich und David Griessner vom Pixum Team Adrenalin Motorsport eine blütenreine Weste auf. Die Tabellenführer haben im BMW M240i Racing Cup alle vier Rennen gewonnen. Mit 38,85 Punkten haben sie den Platz an der Sonne inne, gefolgt von Oskar Sandberg, Norbert Fischer und Daniel Zils (37,82), ebenfalls Pixum Team Adrenalin Motorsport, die mit ihrem Porsche Cayman in der V5 ebenfalls noch ungeschlagen sind. Mit 35,94 Punkten liegen Nico Otto und Lars Peucker, die auch im BMW M240i Racing Cup unterwegs sind, mit dem Eifelblitz nach drei zweiten und einem dritten Platz noch in der Spitzengruppe. Während es in der Cup5 dieses Mal 14 Nennungen gibt, kann die V4 auf Rekordwerte verweisen. 30 Autos sind gemeldet. In der Klasse der Fahrzeuge bis 2.500 ccm Hubraum liefern sich zwei Teams ein packendes Saisonduell. Das Trio vom Team AVIA Sorg Rennsport, Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott, siegte bei VLN1 und VLN3. Die amtierenden VLN-Champions, Danny Brink, Philipp Leisen und Christopher Rink, triumphierten mit der #1 bei den letzten beiden Läufen. Beide können sich zudem kein Streichresultat mehr erlauben. Es bleibt abwechslungsreich und aufregend in der VLN.